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Das Toprope-Klettern und Nachsteigen sind besonders geeignete Sicherungsmethoden für Klettereinsteiger und andere Kletterer, die über ihrem Vorstiegsniveau klettern wollen. Beim Topropen läuft das Seil von der Sicherungsperson nach oben zu einem Umlenker und von diesem wieder frei hinunter zum Kletterer. Beim Nachstiegsklettern sind alle Zwischensicherungen und der Umlenkpunkt eingehängt. Nachgestiegen wird am eingehängten Seilstrang.

Logisch, dass beim Topropen und Nachsteigen - sofern keine Fehler passieren - weite Stürze ausgeschlossen sind. Deshalb ist es sinnvoll, die ersten Gehversuche in der Senkrechten am Toprope oder im Nachstieg zu unternehmen.
Richtig Umlenken
Grundvoraussetzung für ein unfallfreies Klettern mit Seilsicherung von oben ist die hundertprozentige Zuverlässigkeit der Umlenkung. Idealerweise ist der Umlenkpunkt mit Stahlketten an zwei Bohrhaken verankert. Auch muss gewährleistet sein, dass sich das Seil nicht aus dem Umlenker ausklinken kann.
Dazu muss das Seil entweder durch einen Ring oder zwei Stahlkarabiner (Umlenkstationen siehe Bilder) laufen.


Sofern die Umlenkung nicht bereits aus zwei Umlenkkarabinern besteht, ist es notwendig, zusätzlich zur Umlenkung mindestens eine Expressschlinge unter der Umlenkung einzuhängen.
Vorsicht:
- Auf keinen Fall dürfen zwei Seile in einem Umlenker untergebracht werden, weil die Gefahr besteht, dass sie sich gegenseitig "durchsägen". (Schmelzverbrennung).
- Niemals über den Umlenkpunkt hinaussteigen! Dies hat in Hallen und beim Topropen am Fels zur "Selbstaushängung" des Seils geführt. Einige schwere Unfälle waren die traurige Folge.
- Die Sicherungsperson sollte ein Zusatzgewicht in den zentralen Sicherungsring ihres Klettergurtes einhängen sofern der Kletterer 10 Kilogramm mehr wiegt als der Sicherer!
Zusatzgewicht "T-Wall-Sack"
Richtig Anseilen
Das Anseilen erfolgt am besten durch das direkte Einbinden des Seiles in den Gurt mit einem Achterknoten oder einem Doppelten Bulinknoten. Alternativ kann man beim Topropen den zentralen Sicherungsring des Klettergurts auch mit zwei Karabiner gegengleich (Mindestanforderung sind 2 gegenläufig angeordnete Schnapper, besser sind zwei Schraub- oder Safelockkarabiner) - in eine Achterknoten-Schlinge am Ende des Toprope-Seils einhängen. Das Seilende des Achterknotens sollte circa 15 Zentimeter überstehen (siehe Bild darunter). Wenn dieses Einbindesystem, zum Beispiel im Kursbetrieb, von vielen Leuten benutzt wird, sollte das Seilende mit Schrumpfband gegen ein unbedachtes Öffnen gesichert werden.
Vorsicht beim Topropen:
- Die Verbindung von Klettergurt und Achterknoten-Schlinge am besten mit zwei Schraub- oder Safelockkarabinern herstellen. Verwendet man nur einen Schraubkarabiner und ist dieser fälschlicherweise nicht verschlossen, könnte es im ungünstigen Fall zur "Selbstaushängung" der Achterknotenschlinge bei Querbelastung des Karabiners kommen. Deshalb ist auch hier Redundanz angesagt.
- Niemals beim Knüpfen der Achterknotenschlinge einen mehr als 15 Zentimeter langen Seilrest überstehen lassen! Dieser beim Klettern hinderliche "Seilschwanz" wird oft durch einen einfachen Schlag um das Kletterseil "aufgeräumt". Dies könnte dazu verleiten, die Sicherungskarabiner in das hierdurch entstehende Seilauge einzuhängen. Im Falle einer Belastung würde sich der Schlag öffnen, was unweigerlich den Absturz der kletternden Person zur Folge hätte. Deshalb: Das Anseilen immer übersichtlich gestalten.
Topropen - der richtige Ablauf
Das Topropen läst sich in drei Phasen einteilen: Vorbereitung, Klettern und Ablassen. 1. Vorbereitungsphase Die Aktiven legen die Gurte an. Die Sicherungsperson legt das Seil ins Sicherungsgerät. Der Kletterer seilt sich an. Selbst- und Partnercheck durch Sicherungsperson und Kletterer:

- Anseilknoten korrekt?
- Gurte geschlossen bzw. rückgeschlauft?
- Das richtige Seil richtig im Sicherungsgerät?
- Sicherungskarabiner geschlossen/zugeschraubt?
- bzw. beide Schraubkarabiner im Sicherungsring des Klettergurtes?
Alle Punkte müssen durch Anfassen, nicht nur durch Hinsehen kontrolliert werden. Damit wird verhindert, dass Fehler übersehen werden, die oberflächlich betrachtet korrekt aussehen. Beim Klettern mit Kindern/Anfängern sollte der Partnercheck immer von einem Erwachsenen/Erfahrenen durchgeführt werden. 2. Kletterphase
Die Sicherungsperson zieht das Seil entsprechend der Geschwindigkeit des Kletterers ein und achtet dabei auf den korrekten Gebrauch des Sicherungsgeräts. Vorsicht:
- Anfänger müssen bevor sie einen Kletterer in mehr als drei Meter Höhe über dem Boden sichern, die Fähigkeit haben, dass sie kleine Stürze sicher halten können. Bis dies zuverlässig klappt, muss durch eine dritte Person "hintersichert" werden.
- Kindern sollte von vornherein klar gemacht werden, dass Klettern kein harmloses Spiel ist, sondern ein Sport, der eine große Verantwortlichkeit fordert. Kinder nehmen am Partnercheck teil (d.h.: sie müssen sich checken lassen vom Trainer/Erwachsenen, bevor sie losklettern), und dämpfen ihre verbalen Äußerungen, damit der Lärmpegel in der Halle die Konzentration der Benutzer nicht beeinträchtigt.
3. Ablassphase 
Der Kletterer erreicht die Umlenkung, hält sich auf Selbstzug, nimmt Blickkontakt mit der Sicherungsperson auf, gibt ein vereinbartes Zeichen und erteilt das Kommando "Zu!" Die Sicherungsperson gibt durch ein Kopfnicken oder ein anderes vereinbartes Zeichen zu erkennen, dass sie das Kommando verstanden hat. Sobald der Kletterer den Zug am Seil spürt, gibt er das Kommando "Ab!" Nun wird der Kletterer von der Sicherungsperson kontrolliert und langsam zum Boden abgelassen. Dabei ist darauf zu achten, dass es zu keinen Zusammenstößen mit anderen Benutzern der Kletterhalle kommt.
Vorsicht:
Wenn Anfänger ihren Partner über längere Strecken ablassen sollen, sind sie oft überfordert. Das Ablassen muss im ungefährlichen Bereich - nicht mehr als drei Meter über dem Boden - erlernt werden. Dann kann die Ablasshöhe nach und nach gesteigert werden. Bis die Technik beherrscht wird, ist eine "Hintersicherung" notwendig.
Im Überhängenden nur Nachsteigen! Auch Überhänge und Dächer können ungefährdet mit Sicherung von oben geklettert werden. Dazu ist es notwendig, alle Haken einzuhängen - einschließlich Umlenkstation. Der Nachstieg erfolgt am in die Zwischensicherungen eingehängten Seilstrang. Dies verhindert im Fall eines Sturzes das Auspendeln der kletternden Person, was zu Verletzungen durch den Zusammenprall mit anderen Hallenbenutzern oder mit Wandstrukturen führen könnte.
Beim Nachsteigen im überhängenden Gelände müssen alle Zwischensicherungen eingehängt sein, um im Sturzfall das gefährliche Auspendeln der kletternden Person zu verhindern.
Mariettas Kommentar:
Topropen und Nachsteigen sind im Prinzip eine sichere Sache. Allerdings kann es vorkommen, dass die Aufmerksamkeit nachlässt, wenn man bei einem Kurs mehr als 20 Aufstiegs- und Ablassvorgänge gesichert hat. Da hilft mir erstens die konsequente Durchführung des Partnerchecks und zweitens der Gedanke, dass ich für die Gesundheit jedes einzelnen dieser Menschen verantwortlich bin.

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