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Richtig Sichern mit GriGri

Unter den zahlreichen "halbautomatischen" Sicherungsgeräten ist das Modell "Grigri" der Firma Petzl das gebräuchlichste. Deshalb stellen wir hier die korrekte Benutzung dieses Geräts dar.

Obwohl das Grigri, richtig eingesetzt, ein Optimum an Sicherheit bietet, birgt das Gerät auch die Gefahr, Bedienungsfehler zu machen. Das liegt vor allem daran, dass der korrekte Einsatz des Grigri den natürlichen menschlichen Reflexen zuwiderläuft. Diese Spontanreaktionen müssen umgeschult werden, um das Grigri sicher zu bedienen. Zudem wird die einzige korrekte Technik zum schnellen und sicheren Seilausgeben mit dem Grigri - die "Gaswerkmethode" - bislang nur von einer verschwindenden Minderheit der Benutzer des Geräts eingesetzt. Erst wenn sich dies ändert, kann das Grigri als Sicherungsgerät rückhaltlos empfohlen werden.

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Die richtige Bedienung eines Grigri ohne fachmännische Anleitung zu erlernen, ist fast unmöglich. Deshalb ist eine Einweisung in den Gebrauch des Geräts durch eine speziell ausgebildete Schulungskraft unbedingt zu empfehlen !
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Wie beim Sichern mit dem Halbmastwurf und der Tube gilt auch beim Grigri, dass die Bremshand das Seil immer umschließen muss. Dabei liegt der Daumen stets auf dem ersten Glied des Zeigefingers, die Fingernägel drücken gegen den Handballen. Mit einem zu dicken und/oder zu steifen Seil lässt sich das Grigri nur sehr schwer bedienen. Vorsicht bei neuen Seilen mit Everdry-Beschichtung! Sie weisen deutlich geringere Reibungswerte auf als bereits häufig gebrauchte Seile.

Seileinlegen und Einhängen des Grigri

Für die Grigri-Sicherung benötigen wir nur einen Safelock-Karabiner. Bei diesem ist der Schnapper mit einer Hülse gesichert, die zum Öffnen in zwei Ebenen bewegt werden muss.
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Wir klappen das Grigri auf und legen das Seil so ein, dass das zum Kletterer führende Seilende in Richtung Kletterersymbol liegt und das Bremsseil in Richtung Bremshandsymbol.
Grigribremswirkung

Die sichere Klemmwirkung des GriGri braucht den Einsatz der Bremshand als Gegenkraft.

Dann schließen wir das Gerät und hängen es so in den Safelock-Karabiner, dass sowohl das Bremsseil als auch das zum Vorsteiger führende Seil nach oben weisen. Das Bremsseil kommt aus der Öffnung des Geräts, die vom Körper entfernt liegt. In dieser Position hängen wir den Karabiner in den zentralen Sicherungsring des Klettergurtes ein.

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Seil-Einnehmen

Wir schieben das zum Kletterer führende Seil in das Grigri und ziehen gleichzeitig das Bremsseil nach oben aus dem Gerät. Dabei bilden Daumen und Zeigefinger der Bremshand immer eine feste Verbindung.

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Dann lösen wir den Griff am Seil und führen die Bremshand - das Seil immer umschließend - zurück zum Gerät (wir "tunneln") und fixieren hier das Bremsseil.

Nun "tunnelt" die Führungshand nach oben in die Ausgangsposition.

Seil-Ausgeben

Methode 1

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Wir schieben das Bremsseil ins Gerät und ziehen gleichzeitig das zum Vorsteiger führende Seil mit der Führungshand aus dem Grigri.

Während wir das Bremsseil festhalten, rutscht die Führungshand herunter zum Gerät, fixiert das Seil.

Und die Bremshand tunnelt im 45-Grad-Winkel nach oben, um fürs Bremsseil Nachschub zu holen.

Braucht der Vorsteiger gerade kein Seil, nimmt die sichernde Person die Grundposition ein: Die Bremshand wird fest gegen den Oberschenkel gepresst, um im Bedarfsfall schnell Seil ausgeben zu können.

Diese Methode ist sicher und relativ einfach zu erlernen. Allerdings hat sie den Nachteil, dass sie es nicht ermöglicht, viel Seil schnell auszugeben.


Methode 2 (Gaswerk-Methode)

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Wir legen das Seil wie beschrieben in das Gerät ein, lassen das Bremsseil aber über die gebördelte runde "Ablasskante" laufen. Die vier Finger der Bremshand umfassen das Seil. Um das Gerät stabil zu halten, legen wir den Zeigefinger unter die Bördelung der Ablasskante, während der Daumen den Klemmbacken des Gigri nach unten drückt und damit ein Blockieren beim Seilausgeben verhindert.

Nun kann das Seil von der Führungshand nach oben aus dem Gerät gezogen werden, während das Bremsseil durch die vier Finger der Bremshand gleitet. Im Falle eines Falles wird der Klemmbacken nach oben gerissen und der Daumen klappt nach unten auf den Zeigefinger der Bremshand, die das Seil dann sicher umschließt.

Ablassen

Beim Ablassen wird das Bremsseil über die gebördelte Ablasskante des Geräts geführt. Dann den Klemmbacken mit der Führungshand durch Betätigung des dafür vorgesehenen Hebels vorsichtig entblockieren. Die Bremshand gibt das Seil jetzt kontrolliert bremsend nach, wobei die Stärke des Zugs durch den Entblockierhebel dosiert wird.
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Vorsicht

  • Der häufigste Fehler bei der Benutzung des Grigri besteht darin, das Seil falsch herum ins Gerät zu legen. Deshalb immer durch einen Ruck am zur Vorsteigerin/zum Vorsteiger führenden Seil testen, ob es auch wirklich im Gerät klemmt.
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  • Es ist schon häufig vorgekommen, dass nur ein Schenkel des Grigri in den Sicherungskarabiner eingehängt wurde. Deshalb unbedingt kontrollieren, dass wir das Gerät vorständig eingehängt haben!
  • Wer das Grigri in der Hand hält und mit dem Daumen entblockiert, läuft Gefahr, dass es im Falle eines Vorstiegssturzes, seinen natürlichen Reflexen folgend, das Gerät festhält. Die Klemmwirkung des Grigri ist aber nur gewährleistet, wenn der Klemmbacken durch das Bremsseil aktiviert wird. Deshalb: Immer Bremshand am Bremsseil!

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Bild darüber: FALSCHE ANWENDUNG: Die Bremshand MUSS am Bremsseil bleiben!!!

  • Läuft ein Seil beim Vorstieg durch viele Expressen und verursacht dadurch eine große Reibung, bleibt der auf das Gerät wirkende Ruck im Falle eine Sturzes aus, so dass der Bremsbacken nicht blockiert. Ein Sturz auf den Boden kann die Folge sein. Deshalb: Hand immer am Bremsseil!
  • Beim Ablassen niemals den Entblockierhebel betätigen, ohne dass die Bremshand zuvor den Ablassvorgang korrekt eingeleitet hat: Erst Bremsseil mit der Hand fest umschließen, dann dosiert entblockieren! Auch hier funktioniert das Gerät im Widerspruch zu den natürlichen Reflexen.

 

Marietta meint:

Ich halte das Grigri für eines der derzeit sichersten Geräte auf dem Markt. Bei korrekter Bedienung "verzeiht" es kleine Unachtsamkeiten, die zwar nicht vorkommen sollten, aber einem immer mal wieder passieren können. Und selbst wenn ich beim Sichern von einem Stein getroffen und in Ohnmacht fallen würde, wäre mein gestürzter Partner zumeist noch tadellos gesichert. Bis die "Gaswerkmethode" automatisiert ist, braucht es allerdings ein wenig Übung. Ich würde jeder Kletterin und jedem Kletterer dringend raten, mit dem Grigri nur dann zu sichern, wenn es vorschriftsmäßig erlernt wurde.
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